



15.08.26 –
Vergangenheit trifft Zukunft: Bei der Führung durch das Industriedenkmal Radom Raisting wurde eindrucksvoll sichtbar, welche Bedeutung die Erdfunkstelle für die internationale Kommunikation hatte – von der Übertragung der Mondlandung bis hin zu visionären Plänen für ein Schülerlabor „Spacelab“. Ein spannender Austausch über Denkmalschutz, Technikgeschichte und die Zukunft der MINT-Bildung.
Anfang August fand eine sehr informative Führung durch René Jakob, Geschäftsführer des Industriedenkmals Radom Raisting, statt. Der Termin war initiiert durch Dr. Sabine Weigand, Sprecherin für Denkmalschutz in der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied des Landesdenkmalrats. Wie jedes Jahr in den Sommermonaten ist sie zu Denkmalschutzthemen in ganz Bayern unterwegs, auf der diesjährigen Tour mit besonderem Fokus auf Industriedenkmalen.
Bei Betriebsaufnahme des Radom im Jahr 1965 standen entweder 247 Telefonkanäle oder nur ein Kanal für eine Fernseh-Live-Übertragung zur Verfügung, anstatt der bis dahin lediglich siebzehn direkten Überseekabelverbindungen. Ein kleiner Satellit, etwas größer als eine Wäschetrommel, mit einer Leistung von 60 Watt kam dafür zum Einsatz.
Die 130 Mio. DM teure Anlage wurde innerhalb von eineinhalb Jahren errichtet. Zuerst der Sockelbau, anschließend die Hülle und dann die riesengroße Antenne mit 25-m-Spiegel und 280 t Gewicht. Ein Maserverstärker verstärkt das ankommende Signal mit der Energie eines Glühwürmchens um das 10.000-fache. Als Meilenstein gilt die Übertragung der Mondlandung, die von Raisting aus übertragen wurde.
Nicola Bolz von der Deutschen Gesellschaft für Luft und Raumfahrt (DLR) möchte ein Schülerlabor "Spacelab" als Angebot für ca. 800 Schulen aus dem Umkreis im Radom errichten. Mathematik, Naturwissenschaften und Technik sollen in historischer Umgebung erlebbar werden und mit Experimentieren, Verstehen und Staunen bei SchülerInnen das Interesse für diese Fächer wecken.
Sabine Weigand hält es "für eine brillante Idee, das Historische mit der Zukunft zu verbinden und gleichzeitig auch noch ein Baudenkmal mit Leben zu füllen"
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