

22.10.26 –
Schongau / Altenstadt – Wie sieht die regionale Energiezukunft aus und welche Rolle spielen Kraftwerke vor Ort? Um diesen Fragen nachzugehen, folgten am Mittwoch, den 30. September, rund 20 Mitglieder der Ortsverbände Bündnis 90/Die Grünen Schongau und Peiting sowie die Ortsgruppe Peiting-Schongau des BUND Naturschutzes der Einladung ins Heizkraftwerk nach Altenstadt.
Fachkundige Einblicke und spannender Austausch
Nach einer herzlichen Begrüßung erhielten die Teilnehmenden eine fundierte Einführung in die Materie durch Herrn Brey, der die Funktionsweise, die technischen Abläufe und den Betrieb des Heizkraftwerks verständlich erklärte. Im Mittelpunkt standen dabei Fragen zur Effizienz, zum Brennstoffmix, sowie zum Beitrag der Anlage zur regionalen Wärme- und Stromversorgung.
Im Anschluss an die theoretische Einführung ging es aufgeteilt in zwei Gruppen direkt auf das Werksgelände, wo die Herren Schuster (Geschäftsführung) und Brey (Betriebsleitung) durch die verschiedenen Bereiche der Anlage führten.
Dabei konnten die Besucher*innen hautnah erleben, wie komplexe Technik und Umweltschutz im Betriebsalltag Hand in Hand gehen.
Nutzung der Restwärme bietet noch viel Potenzial
Der Abend bot neben spannenden Einblicken in die Technik vor allem auch Raum für den fachlichen Austausch und regte Diskussionen über die kommunale Energiewende an. Größter Kritikpunkt an der Anlage ist sicherlich die nach wie vor mangelnde Effizienz. Lediglich ca. 27 % der eingesetzten Primärenergie werden als Strom abgegeben – ein für derartige Anlagen üblicher elektrischer Wirkungsgrad. Die Gesamteffizienz könnte durch eine stärkere Nutzung der Wärme jedoch deutlich gesteigert werden. Derzeit wird nur ein kleiner Teil für einen angegliederten Betrieb zur Behälterreinigung genutzt. Dies wird auch von Betreiberseite so gesehen und es wurde die klare Bereitschaft signalisiert, an Lösungen beispielsweise für den Anschluss an Wärmenetze mitwirken zu wollen. Wegen früher konkurrenzlos günstiger Gaspreise scheiterten bisherige Versuche an den hohen Leitungskosten, die dramatischen Veränderungen auf den Energiemarkt könnten hier aber neue Möglichkeiten eröffnen.
Auch "Ersatzbrennstoffe" gehören bald zum Brennstoffmix
Zukünftig werden im Heizkraftwerk Altenstadt zusätzlich zur Verbrennung von Altholz auch Ersatzbrennstoffe zum Einsatz kommen, die Genehmigung dafür liegt schon länger vor und mittlerweile steht auch technische Fertigstellung vor dem Abschluss. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Kunststoffe und Verbundmaterialen aus dem Müll aufbereiteten Abfall (z. B. Restmüll und Gelber Sack), die nach entsprechender Sortierung und Aufbereitung nicht recycelt werden können und auch nicht mehr auf Deponien gelagert werden dürfen. Auch wenn das Müllaufkommen seitens der Besucher*innen als das eigentliche Problem benannt wurde, bestand doch Einigkeit, dass diese Stoffe derzeit nun mal da sind und eine Verwertung, wie sie im Heizkraftwerk Altenstadt passieren soll, der beste Weg ist, mit solchem Abfall umzugehen. Die Sorge der Betreiber, dass durch die aktuelle CO2-Bepreisung solche Anlagen nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden können und durch immer höhere Kosten illegalem Müllexport in alle Welt Vorschub geleistet wird, war durchaus nachvollziehbar.
Die Organisatoren zeigten sich erfreut über das große Interesse und die rege Beteiligung.
„Solche Vor-Ort-Termine sind enorm wichtig, um Technologie und Umweltschutz im Dialog zu erleben und gemeinsam konkrete Schritte für die Zukunft für unsere Region zu diskutieren”, lautete das positive Fazit der Teilnehmenden nach der gelungenen Veranstaltung.
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