


03.08.26 –
Jedes Jahr mindestens einmal besuchen wir umliegende Gemeinden, die keinen eigenen Ortsverband haben, um mit den dortigen Mitgliedern und Bürger*innen ins Gespräch zu kommen und auch, um das Umland besser kennen zu lernen. Am 30. Juli fuhren wir nach Prem, ganz im Südwesten des Landkreises.
Die Führung durchs Premer Filz startete am ehemaligen Moorbad, von dort aus führte uns Herbert Müller ins Moorgebiet. Der Torf wurde lange als billiges Heizmaterial abgebaut. Anders als in dem Mooren um Peiting, wo jeder Haushalt eine eigene Parzelle als Grund bekam und dort jeder für sich seinen Torf stechen durfte, war das Premer Filz schon früh in Staatsbesitz und die Genehmigung zum Torfabbau musste beim Forst erworben werden. Dadurch entstanden nicht viele kleine Torfstiche, sondern es es wurde entlang von geraden Kante abgebaut, so dass es eine klare Grenze zwischen Bereichen, in denen der Torf circa zwei Meter tief abgestochen wurde, und dem noch intakten Moor gibt.
Der Torfabbau wurde 1984 eingestellt, alle Hütten zum Trocknen von Torf mussten abgerissen werden, lediglich eine einzige wurde als Anschauungsobjekt erhalten, lange wurde Besucher*innen auch noch zu Schauzwecken demonstriert, wie früher Torf abgbaut wurde. Herbert Müller zeigte an mehreren Stationen, wie früher Torf abgebaut wurde, welcher Lebensraum auf diesen "abgetorften" Flächen entstanden ist und wie im Vergleich dazu ein intaktes Hochmoor aussieht.
Mittlerweile hat auch die Wiedervernässung der Abbauflächen begonnen, damit sich dort Torfmoos bildet und wieder CO2 gebunden werden kann – ob in Teilen die ebenfalls schützenswerten Heide-Hochmoorflächen auf Dauer erhalten bleiben, hängt stark vom ehrenamtlichen Engagement ab, denn ohne pflegende Eingriffe verbuschen diese Flächen mit der Zeit und der spezielle Lebensraum geht verloren.
Weitere Infos zum Premer Filz: https://www.pfaffen-winkel.de/detail/id=62d64f13688edf9b88450151
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