01.08.2021

Bericht von der Veranstaltung "Frauen unter sich" am 28.7. in der KostBar

Frauen und Geld? Lebensentwürfe und das liebe Geld.

Auftaktveranstaltung in der Rathauspassage in Penzberg

Teilnehmerinnen: 16; alle Altersstufen von 17 bis Mitte 70,
Das Organisationsteam des Grünen Ortsverbands lud in die KostBAR der Rathauspassage zu diesem Abend ein.

Das Thema war das“ Gender Pay Gap“-  das geschlechtsspezifische Lohngefälle zwischen Frauen und Männern beim Bruttolohn. Daneben ebenfalls der Gender Pension Gap, also die Pensionslücke oder Rentenlücke die durch diese Unterschiede entsteht. In der EU verdienen die Frauen im Durchschnitt 16% weniger als ihre männlichen Kollegen, in Deutschland sind es sogar 18%. In tarifgebundenen Unternehmen  ist die Lohnlücke geringer, zum Beispiel auch im öffentlichen Dienst. Die Frauen nehmen aber dort seltener Führungspositionen ein.

Verteilt an 3 Tischen in der kostBAR wurden gemeinsam Fragestellungen zum eigenen Erleben von ungleicher Bezahlung im Beruf, Benachteiligungen durch Kindererziehung, Berufswahl und Karrierefragen diskutiert.  Die Frauen waren dabei durchaus selbstkritisch. Fehlender Mut, zu wenig Interesse an Führungspositionen, mangelnde Vernetzung zwischen Frauen, aber auch falsche oder fehlende  Vorbilder für kleine Mädchen wurden bemängelt. Prinzessinnen sind nicht mutig und müssen sich auch nicht um ihr Vorankommen im Leben kümmern. Das Ehegattensplitting, Minijobs, eine Geringschätzung von Frauenberufen und ein immer noch auf den Hauptverdiener ausgerichtetes Rentensystem sind dabei die ungelösten politischen Aufgaben.

Zitate:

  • 17-Jährige: Das betrifft doch mich! Hier müsste man doch sofort etwas ändern, aber ich darf noch nicht einmal wählen.
  • Das Taschengeld fällt meist bei Mädchen geringer aus als bei den Buben.
  • Junge Mutter: Ich bekam kurz nach dem Studium und Eintritt in den Beruf unser erstes Kind. Das Anfängergehalt in einem schlecht bezahlten Beruf, die Reduktion auf Teilzeit, Lohnsteuerklasse 5 ließ mein Einkommen auf ein Minimum schrumpfen. Das wird sich in nächster Zeit auch nicht ändern. Werden Mütter bestraft?
  • Seniorin: Ich habe in einer Investmentfirma gearbeitet und schon sehr früh angefangen, für die Altersversorgung in einen Sparplan einzuzahlen. Ich bin jetzt im Ruhestand und mit meinem Einkommen zufrieden.
  • Mutter: Meine Tochter arbeitet im Hotel. Da sind 25 Euro im Monat für einen Sparplan eigentlich schon zu viel.
  • Berufstätige: Ich sorge neben der gesetzlichen Rente nicht vor. Das ist Aufgabe des Staates.
  • Ich bin in der DDR aufgewachsen. Dort gab es diese Unterschiede zwischen Männern und Frauen nicht.
  • Das war eine wirklich lohnende Veranstaltung. Nächstes Mal komme ich auf jeden Fall wieder und bringe auch noch Freundinnen mit.

Die Grünen fordern in ihrem Wahlprogramm, dass mehr Verbindlichkeiten in den Unternehmen festgelegt werden, die stärkere Rechte für Arbeitnehmer*innen  verankern. Freiwilligkeiten  für gleiche Löhne in  kleineren und mittleren Unternehmen werden die ungleiche Behandlung  im Lohngefälle nicht beheben. Hier müssen politische Rahmenbedingungen und gesetzliche

 

Maßnahmen  geschaffen werde. Zum Beispiel Minijobs in sozialversicherte  Beschäftigungen geführt werden. Der Mindestlohn pro Stunde muss auf 12.- € erhöht werden.  Die sozialen Berufe müssen dringend aufgewertet werden, hier sind Frauen in der Überzahl.

Nach diesem erfolgreichen Auftakt ist das Orga-Team um Anette Orth hochmotiviert für die nächste Veranstaltung Ende Oktober. Das Thema steht auch schon fest. Es wird um den Care-Gap gehen, also um die unbezahlte Sorgearbeit, die hauptsächlich von Frauen übernommen wird.

Anette Orth, Birgit Kürzinger,

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URL:https://gruene-weilheim-schongau.de/vor-ort/ortsverband-penzberg/news-detail-penzberg/article/bericht-von-der-veranstaltung-frauen-unter-sich-am-287-in-der-kostbar/