02.07.2021

Bericht der Veranstaltung Klimawandel lokal - Energiewende global

Grüne im Dialog am 28.06.21:
Wie kann die Energiewende vor meiner Haustür gelingen?

Mit Dr. Julia Verlinden, MdB und Energiepolitische Sprecherin der Grünen Bundestagsfraktion, und Ulrich Haushofer, Geschäftsführer der Energiewende Oberland GmbH und Betreiber von 2 Photovoltaik-Anlagen auf Mehrfamilienhäusern standen zwei sehr kompetente Gäste für das Thema „Klimawandel global - Energiewende lokal“ zur Verfügung.

Julia Verlinden betonte, dass zukünftig nicht zuletzt durch den Umstieg auf E-Mobilität und durch den verstärkten Einbau von Wärmepumpen bei Gebäuden noch mehr Strom benötigt wird. Dieser Bedarf kann nur gedeckt werden mit Hilfe von Sonne und Windkraft. Die höheren Kosten für die Bürger*innen, die durch den bereits im Parlament beschlossenen ansteigenden CO2-Preis entstehen, sollen durch einen Rückfluss in Form eines Energiegelds ausgeglichen werden.

Zur Deckung des Energiebedarfs dringend notwendig sind die vielen Initiativen von Privatpersonen, Landwirten, Gewerbebetrieben, regionalen Unternehmen und dem Handwerk. Sie sind die entscheidenden Akteur*innen und können zum Gelingen beitragen.  "Hier liegt die Kraft der Energiewende“ . sagte Frau Verlinden. Ein verbessertes Erneuerbare Energiegesetz (EEG) muss dafür die Rahmenbedingungen schaffen. Für die dezentrale Versorgung mit erneuerbaren Energien braucht es Vereinfachungen durch neue Richtlinien, damit Mieterstrommodelle für Photovoltaik-Anlagen attraktiver werden. „Die Politik steht jedoch auf der Bremse“ sagt Julia Verlinden und fordert eine echte Energie- und Mobilitätswende.

Ulrich Haushofer berichtete von den Bürgersolaranlagen der EWO GmbH und den von ihm betriebenen Energieanlagen in zwei Mehrfamilienhäusern, in denen in einer Kombination aus Blockheizkraftwerken und Photovoltaik-Anlagen Wärme und Strom für die Mieter erzeugt wird. Die Mieter erhalten auf diese Weise günstigen Strom und identifizieren sich sehr mit der neuen Technik.  In einem der Gebäude stehen auch E-Ladesäulen vor dem Haus und in der Tiefgarage zur Verfügung. Auch diese werden sehr gut angenommen. Herr Haushofer sieht den großen Nutzen der Mieterstrommodelle in einem geringeren Bedarf an Netzausbau und in der höheren Akzeptanz der Bewohner*innen. „Bürokratieabbau ist das Gesetz der Stunde“ laut Herrn Haushofer, um solche Modelle flächendeckend verwirklichen zu können. Denn die Anforderungen an die Abrechnung mit den Mietern und gegenüber dem Finanzamt machen derzeit das Mieterstrommodell schwierig.

In der anschließenden Gesprächsrunde wurden noch viele Fragen zur dezentralen Energieversorgung gestellt. Unser Fazit: Damit mehr Strom von den Dächern kommt müssen die Verwaltungsanforderungen reduziert und Bürger*innen und Kommunen durch einfachere KFW (Förderkredite)-Darlehen unterstützt werden.

Siehe auch:
https://julia-verlinden.de/presse/newsletter

Energiewende-oberland
(143) Mieterstrom? Was steckt dahinter? Wer hat was davon? Und was es für die Energiewende bedeutet - YouTube

 

 

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URL:https://gruene-weilheim-schongau.de/vor-ort/ortsverband-penzberg/news-detail-penzberg/article/bericht-der-veranstaltung-klimawandel-lokal-energiewende-global/