01.02.2022

Kurzbericht: Überparteiliche Mahnwache am Montag, 31.01.2022, 18:30 Weilheim Kirchplatz

Ca. 70 Teilnehmer versammelten sich zu der "Mahnwache" am Kirchplatz, das waren zwar leider deutlich wenig als die "Spaziergänger", aber dennoch ein Zeichen, dass es nicht nur die Gegener der Corona-Massnahmen gibt.

Wortbeiträge betonten Forderungen nach Schutz der besonders gefährdeten Gruppen aber auch insgesammt Schutz der Demokratie und mehr Zusammenhalt als das andauernde "ich, ich, ich".

Ein Redebeitrag aus den Reihen der "Spaziergänger" wurde zugelassen, leider stellte sich hier heraus, dass nicht viel Wahrheiten von dieser Seite präsentiert werden. Beispielsweise trug die Rednerin vor, dass 500 kanadische Ärzt*innen die Zulassung des Pfizer-Impfstoffs durchleuchtet und viele Fehler gefunden hätten. Bemerkenswert ist dabei, dass es sich keinesfalls um 500 kanadische Ärzte handelt sondern laut eigener Aussage 500 Kanadier aus Gesundheitsberufen, aber auch diese Zahl aber nicht transparent und nachvollziehbar belegt wird. Im Vergleich zu allen Beschäftigten im kanadischen Gesundheitswesen, sind 500 ohnehin nicht beeindruckend. Schwerwiegender: Sprecher dieser Gruppe haben sich in der Vergangenheit besonders durch Falschmeldungen und -information hervorgetan. Auch wurden von dieser Seite immer mal wieder Medikamente wie Ivermectin oder Chloroquine and hydroxychloroquine empfohlen, obwohl es für diese Medikament KEINE belegbaren Beweise für Wirksamkeit gg. Covid-19 gibt. Also insgesammt eine fragwürdige Gruppe und zeigt nur, wie sehr auf Seiten der Spaziergänger - ob bewusst oder unbewusst - mit falschen Informationen gearbeitet wird.

Auch gegen diese Art von Falschinformation können und müssen wir uns entschieden stellen!


Einladung zur Mahnwache lautete wie folgt:

 

Liebe Freundinnen und Freunde,

ACHTUNG: Bitte Standort Änderung zur Einladung vom 26.1. beachten, bitte auch weitersagen:

Überparteiliche Mahnwache am Montag, 31.01.2022, 18:30 Uhr auf dem Weilheimer Kirchplatz nicht Marienplatz!!

Alles andere bleibt unverändert:

Es soll keine Dagegen-Mahnwache sein, sondern eine Dafür!

Wir wollen eine Mahnwache mit Plakaten auf dem Kirchplatz abhalten, auch als Zeichen der Solidarität für das Pflegepersonal in unserem Landkreis.

Bitte mit FFP2 Maske und am Platz mit genügend Abstand von 1,5m. Wenn Sie mögen können Sie Ihrem Anliegen mit einm Banner oder Plakat Ausdruck verleihen. Redebeiträge sind per Mikrofon möglich und erwünscht.

Die Mahnwache richtet sich ausdrücklich nicht gegen Ungeimpfte, auch wenn wir Impfungen für sinnvoll halten. Es gibt gute Gründe für eine Impfung und es gibt Gründe dagegen, das muss Jede und Jeder für sich selbst in Abstimmung mit einem Arzt oder einer Ärztin entscheiden. 

Was wir nicht akzeptieren wollen sind „alternative Fakten“, Beschimpfungen in sozialen Netzwerken und die Diffamierung von demokratischen Strukturen durch rechte Gruppierungen. 

Seit fast zwei Jahren bestimmt die Pandemie unseren Alltag und verlangt uns viel ab. Besonders betroffen sind die Mitarbeitenden in Medizin, Verwaltung, Schulen, Polizei, sowie Eltern und viele mehr, es gibt eine Menge Schwierigkeiten. Gerade in solchen Zeiten ist Zusammenhalt wichtig und den wollen wir uns von rechten Populisten nicht zerstören lassen. 

COVID 19 ist kein „Männerschnupfen“, allein in unserem Landkreis sind 153 Menschen gestorben, Hunderte kämpfen mit Long-Covid. Zu Beginn der Pandemie gab es keinen Impfstoff und viele Patienten starben. Die Lockdowns damals waren ein krasser Eingriff. Aber wer das verurteilt muss auch Alternativen aufzeigen. Alles laufen lassen und ein Massensterben hinnehmen wäre keine Option gewesen. 

Leute, die sich impfen lassen sind keine „Mitläufer“, die blind der Pharmaindustrie vertrauen. Auf den Erklärungen, die man vorher unterschreiben muss, steht sehr wohl, dass es in seltenen Fällen zu Problemen kommen kann. Es braucht schon etwas Mut und Vertrauen, sich die Wirkstoffe spritzen zu lassen. Bisher ist es aber die einzige Chance, aus den Einschränkungen herauszukommen, ohne Millionen Menschenleben zu gefährden.
Das ist auch ein Stück Solidarität und sollte nicht als „Blauäugigkeit“ abgekanzelt werden.
Das wichtigste ist aber, dass wir jetzt nicht an den Grundpfeilern unserer Gesellschaft zweifeln oder andere daran sägen lassen. 

Also halten wir zusammen und machen wir Störenfrieden klar, dass wir uns nicht auseinanderdividieren lassen und dass wir keine Angriffe auf die dulden, die uns bisher einigermaßen glimpflich durch diese Krise gebracht haben.

Weilheim ist bunt, und so setzen wir mit der Mahnwache ein überparteiliches Zeichen. Es können Repräsentant*innen aus Politik, Zivilgesellschaft und aus dem Medizin- und Pflegebereich zu Wort kommen.

Annette Schulze

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